Entlang des Mekong nach Luang Prabang

 

Von Houaxay geht es per öffentlichem Boot entlang des Mekong nach Pakbeng. Wir haben schon längst das Gefühl, das Boot sei voll! Aber weit gefehlt. Ein weiterer Minibus spuckt Ladung aus und gut 40 bepackte Touris kommen in den Schiffsbauch. Es fehlt ein Kapitän für ein zweites Boot.....also dann eben alle auf eines!!!! Im hinteren Teil dröhnt der Schiffsdiesel ohrenbetäubend. Alle, die keinen Sitzplatz ergattert haben, kauern am Gang auf dem Boden. Muss man nach hinten auf die Toilette, muss man sich seinen Weg zwischen Unmengen von Rucksäcken und verschlungenen Beinen erstmals bahnen. Die Fahrt geht meist ruhig den schmutzig schlammigen Mekong flussabwärts. Unbefestigte Ufer, kleine Ansiedlungen, ein kurzer Halt, damit Snacks an Bord gebracht werden können, immer wieder Fischer, die aus dem Trüben fischen, und unerschütterliche Goldschürfer am Ufer. Dann ein paar Stromschnellen - nicht ganz ungefährlich für den langen Kahn! Der Kapitän kennt die Fahrrinne gut, und trotzdem rampft es manchmal am Boden. Es ist eine wirklich schöne Fahrt in sehr ursprünglicher Landschaft.

Nach einer Nacht in Pakbeng geht es weiter stromabwärts - diesmal mit zwei Booten. Aber trotzdem ist einfach zu wenig Platz. Wieder ist jeder cm ausgefüllt. Und jene, die keinen Sitzplatz mehr bekommen haben, kompensieren diesen mit Bier. Christian 's schöner Platz vorne am Bug füllt sich bald mit einer "Horde" Engländer, die lautstark den Bier Lao - Vorrat dezimieren. Gute 6 Std geht es vorbei an Wänden aus Schwemmsand und scharfen Felsen, die manchmal wie kleine braune Eisberge in die Mitte der Fahrrinne ragen. Wir umschiffen sie alle und kommen gut in Luang Prabang an. Die ersten Karstfelsen zeigen sich im Licht der untergehenden Sonne. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto mehr dominieren allerdings auch die Großbaustellen an der Uferlinie. Die Chinesen vereinnahmen einfach alles und bauen einen riesigen Staudamm am Mekong.  Der idyllische Tropenwald weicht Kränen und Baumaschinen. Die Landschaft verändert sich drastisch-und damit der Lebensraum der Bevölkerung. Laos verkauft sich - so wie viele andere Länder auch....

 

Luang Prabang hat sich verändert. Unser letzter Besuch vor 17 Jahren erinnert uns an Mystik und Spiritualität. Davon ist nun, zumindest nach dem ersten Eindruck, nichts zu bemerken. Es ist chinesisches Neujahr. Horden derselben kommen mit dem von China finanzierten High Speed train in kurzer Zeit direkt hierher. Entsprechend voll sind Hotels, Nachtmärkte und Gassen. Trotzdem scheint es, dass man mit Gespür und der richtigen  Uhrzeit immer noch versteckte Kleinode finden kann. Wir nützen den Tag für Orientierung und Organisation, morgen geht es für einige Tage in die Berge, in einer Woche kommen wir zurück.